Munaychay – so heißt das Kinderdorf in dem ich wohne und arbeite. Auf Quechua, der alten Sprache der Inka heißt es „So schön“. Und das stimmt auch. Für die Kinder ist es natürlich ein richtiges Paradies, aber auch für uns Voluntarios ist es ein richtig cooler Ort zum Leben.
Seit etwa einem Monat lerne ich auch Quechua, weil die Sprache noch von vielen Leuten hier gesprochen wird. Zudem erhoffe ich mich, auf dem Markt nicht mit Touristenpreisen verarscht zu werden. Dieser Plan ist bis jetzt allerdings noch nicht aufgegangen, weil die Kenntnisse dafür noch nicht ausreichen.
Nur die wirklich wichtigen Dinge lerne ich momentan: Sumaqmi nawiyki – Du hast schöne Augen oder Ama llulla – Sei kein Lügner.
Gerade sitze ich im Projektbus und die Kindergartenkinder nerven ein bisschen, weil sie alle wissen wollen, was ich hier mit dem „Lafftoff“ mache. Die Straße auf der wir fahren, ist ein holpriger enger Feldweg. Wenn ein Auto entgegenkommt, dauert es immer ewig bis die Fahrer aneinander vorbeikommen. Die Hochfahrt dauert zwischen 20 und 30 Minuten. Wenn wir oben sind, habe ich etwa eine halbe Stunde Zeit, in der ich mir einen Saft (heute: Orange mit Ananas und Maracuja) zubereiten werde, da wir seit kurzer Zeit eine Saftmaschine besitzen. Dann gehe ich zum Mittagessen in mein Kinderdorfhaus (Haus 1), es gibt immer eine Suppe und ein Hauptgericht (kein Nachtisch leider). Ab 15 Uhr machen wir Hausaufgaben oder andere Lernübungen. Mit Freude gebe ich ihnen Matheaufgaben, die sie lösen müssen. Manchmal hassen sie mich deswegen. Aber wenn ich danach mit ihnen Fußball spiele oder Eis mache, ist der ganze Hass wieder verflogen und ich bin wieder der coole Voluntario „Richaco“, oder wie mich die Kindergartenkinder nennen: „Richacha“.
Oh, und was mir gerade noch eingefallen ist: Auf halben Wege werden die Grundschulkinder (1. – 6. Klasse) einsteigen und die sind noch viel nerviger als die Kindergartenkinder („Prestame Lafftoff“ – Gib mir den Laptop). Deshalb fahre ich ihn schnell mal runter und verstecke ihn in meinem Rucksack. Bis bald!
Auf diesem Video singe ich mit den beiden Kindergartenkindern Marco und Fernando die Munaychay-Hymne.
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