Dienstag, 12. Juni 2012

Señor de Qollurriti


Viel wurde in letzter Zeit darüber geredet, soviel, dass ich und einige andere Freiwillige uns auch überzeugen ließen dorthin zu gehen: zum Señor de Qollurriti (Quechua: Schneestern). Dafür fuhren Lena, Marcel, Christian und Mia Montagabend nach der Arbeit mit dem Bus (4 Soles = 1,20 Euro) zwei Stunden nach Cusco und von dort auch mit Bus (15 Soles) dreieinhalb Stunden ins kleine Dörfchen Mahuayani.
Als wir ausstiegen schlug uns schon die Kälte ins Gesicht. Es war halb 2 Uhr am Morgen, auf einer Höhe von über 4000 Metern. Wir zogen alle Kleidungsstücke an, die wir dabei hatten und machten uns auf den Weg. 

Gemeinsam mit tausenden anderen Pilgern stiegen wir die 8 Kilometer lange Strecke auf. Es war Vollmond, deshalb war der Weg gut zu sehen. Jeden Kilometer stand ein Kreuz da, das von vielen Kerzen erleuchtet war. Nach etwa vier Stunden Fußmarsch erreichten wir kurz vor Morgengrauen die Kirche von Qollurriti, am Fuße eines Gletschers.


Auf dem Weg waren schon unheimlich viele Menschen unterwegs, aber was sich hier oben, auf über 4600 Metern um halb 6 am Morgen abspielte, setzte dem ganzen noch die Krone auf. Tausende von Zelten, verteilt auf dem ganzen Hügel, dazu bestimmt zehntausende von Menschen, dick eingepackt in Jacken, Decken und mit Mützen waren unterwegs. 

Die Schlange von Menschen, die auf den Eintritt in die Kirche warteten, war über einen Kilometer lang.

Und es war unglaublich kalt. Bäche waren nur noch kleine Rinnsale, weil der Rest gefroren war. Wir setzten uns in ein Zelt, in dem warmer Tee und Ponche angeboten wurde und tranken eine Tasse. In diesen Momenten wurde es hell. Aufgrund der Kälte blieben wir aber nicht lange, sondern machten uns schon nach einer Stunde wieder an den Abstieg. Hier sah ich zum ersten Mal Alpacas in Peru, an denen ich nicht nur in weiter Ferne im Bus vorbeifuhr.

In den nächsten Tagen schlief ich fast die ganze Zeit, so sehr hatte die Pilgertour an meinen Kräften gezehrt. Aber es war eine wirklich großartige Erfahrung gewesen.

Die tollen Fotos sind von Christian. Wer mehr solcher Fotos aus Peru sehen will, dem empfehle ich seinen Blog: http://peru.anotherstyle.de/blog/

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen