Dienstag, 22. Mai 2012

Kurzer Geburtstagsbericht

Zwar ist der Geburtstag schon über eine Woche vorbei, allerdings finde ich jetzt erst Zeit für einen ganz kurzen Bericht.
Der Tag begann schon herrlich mit einem reichhaltigen Frühstück mit meinen (momentan nur noch 3) Mitbewohnern Lena, Toni und Moritz. Es gab Obstsalat, Guacamole und einen Kuchen.
Am Nachmittag gab es eine Überraschungsfeier in der Turnhalle mit allen Kindern und Tías. Es gab einen Kuchen für mich und einen für Christian, unseren Psychologen, der einen Tag vorher Geburtstag hatte. Dazu tanzten wir eine Weile.
Am Abend kochten wir im Freiwilligenhaus Fleischpflanzerl mit Bratkartoffeln.
Die Feierei ging aber am nächsten Tag gleich weiter und zwar in Haus 3. Es war der Geburtstag von Luis Alberto, dem Jüngsten aus dem Haus und da ich zuvor Freiwilliger in diesem Haus war, kriegte ich auch noch eine Torte. Die Gesicht-in-die-Torte-Tradition ist in Deutschland vielleicht nicht so bekannt, hier in Peru aber fester Bestandteil einer Feier, genau wie das "Happy Birthday" mit extrem spanischem Akzent.
Insgesamt ein toller Geburtstag, mein Süßigkeitenvorrat hat sich verhundertfacht und wird hoffentlich bis zum Ende der Zeit hier reichen.

Dienstag, 8. Mai 2012

Donnerstag, 3. Mai 2012

Lesewettbewerb in Munaychay


In Munaychay gibt es sieben Häuser mit je zehn Kindern. Die Kinder wurden Anfang April von mir aufgefordert, lesen zu üben, denn es stand an: Der erste Vorlesewettbewerb der neueren Geschichte Munaychays. Aus jeden Haus sollten die zwei Kinder gewählt werden, die am besten lesen können. Eines unter 11 Jahren und eines darüber.
Und so trafen sich am 30. April abends zunächst alle Unter-11-Jährigen Lesechampions aus den Häusern. Jeder sollte zwei Fabeln vorlesen, danach wurden Punkte vergeben und so die Sieger ermittelt.
Bei den Großen dasselbe Verfahren: Unter den strengen Augen der Freiwilligen Malika, der Kunstlehrerin Feli (die allerdings mehr Wert auf die Art, wie die Kinder das Buch hielten, legte) und von mir legten die „Kinder“ richtig los.
Teilweise echt ganz großes Kino, was uns da vorgelesen wurde, das Ganze auf hohem Niveau. Am Ende siegte verdient Joyce, das älteste Mädchen aus dem Kinderdorf, gefolgt von Urbano aus Haus 7 und Rossmery aus Haus 3. Für die Sieger gab es Süßigkeiten und Gelstifte. Insgesamt eine tolle Aktion, die sowohl den Kindern, als auch der Jury großen Spaß gemacht hat.

Dienstag, 24. April 2012

Fußball in Chicón


Unverhofft kommt oft! Ich wurde nominiert, mein Tal zu vertreten im großen „Choque de Subcampeones“. Mein Auftrag: Kopfballtore gegen die kleinwüchsigen Peruaner zu erzielen. Mein Team: Real Apu.
Am Anfang fiel mir das Toreschießen auch ganz schön schwer, ich saß nämlich auf der Bank. Dann kassierten wir aber das 0:1 und mein Moment war gekommen, die Einwechselung. Und knapp drei Minuten nach der Einwechslung stand ich nach einer Ecke goldrichtig und köpfte den Ball zum 1:1 in die (nicht vorhandenen) Maschen.


Kurz darauf prüfte ich noch einmal den Torhüter mit einem 20 Meter-Distanzschuss, danach rieben sich beide Teams im Mittelfeld auf. Leider war Fortuna nicht auf unserer Seite und so kassierten wir in Halbzeit zwei das bittere und unverdiente 1:2, was auch gleichzeitig der Endstand war.

Insgesamt war das Spiel aber auf unheimlich hohem Niveau, direkt am Fuße des mächtigen Chicón-Gletschers. Leider war das Turnier für uns dann auch schon gelaufen, es wurde noch Chicha (Maisbier) getrunken und Schweineschwarte gemampft. Das konnte mich ein bisschen über die bittere Niederlage hinwegtrösten.

Dienstag, 10. April 2012

Richard und die Spinne

Gelegentlich stoße ich abends nach einem harten Arbeitstag auf eine Spinne im Zimmer. Das kann bisweilen ungemütlich sein, manchmal sind die Spinnen nämlich groß. Im Folgenden möchte ich den letzten Kampf mit der Spinne kurz schildern.











20:55 Uhr: Richard betritt das Zimmer. Die Spinne sitzt fett und grinsend an der Wand neben seinem Bett. Richard überlegt, wählt eine Stoffdecke als Waffe. Ein großer Fehler! Als er die Spinne an der Wand zerdrücken will, wie eine leere Coladose, plättet das die Spinne keineswegs, sie flüchtet unters Bett. Jetzt ist es für sie ein Heimspiel. Richard begibt sich auf Augenhöhe mit der Spinne. Er ergreift den Hacky Sack und wirft damit nach der Spinne. Leider trifft er nicht. Der Hacky Sack bleibt neben der Spinne liegen. Als nächstes soll ein Flummi die Spinne zermatschen. Was aber auch leichter gesagt als getan ist. Als es langsam brenzlig für die Spinne wird, flüchtet sie erneut. Diesmal zwischen Bettbein und Wand. Durch eine plattgedrückte leere Smartiepackung soll die Spinne hier nun ein Ende finden. Leider ist die Packung viel zu leicht und macht der Spinne gar nichts. Okay, dann muss Richard wohl schwerere Geschütze auffahren. Ein Ordner saust nach unten. Wo ist die Spinne? Wieder einmal hat sie sich gerettet. Erst als Richard das ganze Bett verschiebt, kann er sie aus ihrer Reserve locken und mit einem gezielten Tritt plätten. In diesem Sinne…gute Nacht!

Donnerstag, 5. April 2012

Schon wieder Gletscher

Für den treuen Leser schon ein langweiliges Thema, für mich immer noch spannend wie eh und je: Vierte Besteigung des Gletschers.











Diesmal bestand das Team nur aus vier Personen, erstmals zogen wir bei Königswetter ohne ältere Kinder los. Lena, Marcel und Lukas (ein Studienfreund von Christian) machten sich mit mir um halb 5 am Morgen auf, um den Gletscher zu erreichen.











Ganz souverän stapften wir nach oben, kamen wieder an der wahnsinnig klaren und blauen Lagune vorbei und erreichten den Gletscher um 12:41 Ortszeit. Eine Tüte Gletscher-Gummibärchen (aus Deutschland) wurde in Windeseile vertilgt. Wir hatten ein super Wetter am Gletscher oben und auch eine echt schöne Stelle erreicht. Allerdings spürte ich auch wieder die ordentliche Höhe von 4800 Metern, die sich durch Kopfweh bemerkbar machte.











Der Abstieg dauerte dann nur etwas mehr als drei Stunden und wir kamen um halb 5 am Nachmittag wieder in Munaychay an. Um 8 Uhr hieß es dann schon…Gute Nacht und ich schlief klassische 13 Stunden durch.


Dienstag, 27. März 2012

Urlaub mit Denise, Leonie und Jakob

Wieder einmal hieß es für mich: Raus aus Munaychay, rein in den Urlaub. Diesmal war der Anlass ein ganz Besonderer: Jakob, Denise und Leonie, meine ehemaligen Abikollegen waren aus Deutschland angereist und so trafen wir uns zuerst in Puno am sagenumwobenen Titicacasee. Ich reiste von Cusco mit dem Bus an und zahlte für die Sieben-Stunden-Fahrt klassische 30 Soles (9 Euro). Es war ein Doppeldecker-Bus und ich saß oben am Panorama-Fenster. Somit sah ich schon allerhand von der Landschaft und kam dann abends in Puno an, wo ich meine drei Freunde auch direkt traf. Sie hatten Gummibärchen dabei!











Die Stadt selbst schauten wir uns gar nicht an, gleich am nächsten Morgen ging es raus, auf dem Titicacasee, wo wir eine Drei-Stunden-Bootstour vor uns hatten und gegen Mittag in Amantaní, einer Insel, ankamen. Dort erhielten wir eine Gastfamilie, bei denen wir für eine Nacht lebten. Die Familie sprach untereinander Quechua und ich konnte auch mit einigen Brocken der Inka-Sprache zur allgemeinen Erheiterung beitragen. Am Nachmittag stiegen wir in der glühenden Sonne auf zum höchsten Punkt der Insel auf, von wo wir dann den Sonnenuntergang beobachteten.











Das war echt ein beeindruckendes Schauspiel, als über dem meerähnlichen See, hinter den Bergen in der Ferne die Sonne verschwand. Die Nacht bei der Insulaner-Familie war auch ganz gechillt, das Essen zwar vegetarisch, aber gut essbar. Am nächsten Morgen nahmen wir Abschied von unserer Gastfamilie, mit dem Boot gings zur Nachbarinsel Taquile, wo wir ein Mittagessen aus Titicacasee-Truthahn (oder was war nochmal Trucha?) zu uns nahmen und dann zurück nach Puno brausten. Dies war der erste Urlaubsstreich und der zweite folgt sogleich.

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Im Sommer 2011 schwitzten Jakob, Leo, Denise und ich noch gemeinsam über den Abiaufgaben, nun schwitzten wir schon wieder gemeinsam – diesmal allerdings im peruanischen Dschungel. Dafür wurden wir um 5 Uhr morgens in Cuzco abgeholt und fuhren mit zwei Kanadiern, einem lustigen Australier, einem schweigsamen Fahrer, sowie unseren beiden Guides neun Stunden gemeinsam im Collectivo. Zuerst ging es über einen 4000 Meter hohen Pass, danach nur noch bergab, bis auf 500 Meter. Die ersten Eindrücke des Dschungels waren noch stark von Zivilisation geprägt, wie das untenstehende Video beweist.

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Nach unserer ersten Nacht in einer Logde fuhren wir aber noch ein Stückchen weiter, bis die Straße aufhörte und wir mit Boot den Fluss Alto Madre de Dios entlangzischten.











Die zweite Logde lag dann auch schon bedeutend tiefer im Dschungel. Am Nachmittag fuhren wir an Seilen hoch in den Bäumen durch den Urwald.

Eine besondere Erfahrung war es, dass man selbst beim klassischen Nichtstun stets am freundlichen Schwitzen war.











Ein Highlight war dann noch eine Nachtwanderung, bei der wir neben Taranteln, anderen großen ungemütlichen Spinnen und Faltern auch einen riesigen Frosch entdeckten.














Diese Umgebung verließen wir allerdings schon wieder am dritten Tag. Wegen starker nächtlicher Regenfälle war die Straße allerdings in einer bemitleidenswerten Qualität, die Schlaglöcher zu Pfützen verwandelt und die Bäche, die über den Schotterweg stärker angeschwollen. Somit stürzten wir beinahe in einen tiefen Abgrund, glücklicherweise zog uns ein dicker LKW aber noch aus der Misere und wir erreichten Cuzco sicher und wohlbehalten nach 11 Stunden Fahrt.











Nach zwei Tagen bei mir in Munaychay flogen meine drei Freunde dann auch schon wieder zurück in die Heimat nach Deutschland. In den drei Wochen, in denen sie in Peru waren, haben sie wohl mehr von den Attraktionen des Landes gesehen, als ich in meinem ganzen Jahr sehen werde. Auf jeden Fall habe ich mich wahnsinnig über den Besuch gefreut, wie auch die gesamte Südhalbkugel, dass der gute Veitshöchheimer Göger nun endlich auch auf ihr angekommen ist.